Donnerstag, 25. Juni 2015

neue Keramik

So langsam wurde es Zeit, das Essgeschirr aus den Anfangstagen durch neue Keramik zu ersetzen. Also habe ich mich im März mal wieder ans Töpfern gewagt. Dabei herausgekommen sind eine Essschale, ein Trinkbecher, ein Buttergefäß sowie 3 kleine Talglichter und eine Handvoll Spinnwirtel.
Becher, Talglichter, Spinnwirtel

Alle Teile wurden wieder in der Grube gebrannt, wobei ich die Gefäße, die für Lebensmittel gedacht sind, vorher in einer Keramikwerkstatt in den Schrühbrand gegeben habe und die Innenseite mit einer schwarzen Glasur versehen habe. Da ich schon unschöne Erfahrungen mit ranziger Butter in unglasierter Keramik gemacht habe (der Schimmelgeruch ging erst nach mehrmaligem Ausbrennen am Feuer weg), wollte ich dieses mal einfach auf Nummer sicher gehen. Leider ist der Brand nicht komplett schwarz geworden, teilweise auch nicht mal ansatzweise grau - aber dafür sind alle Teile, auch die "rohen" ganz geblieben. Allein das ist schon ein Erfolg!
Die Keramik wurde am Rand des Feuers langsam erwärmt und anschließend in die angeheizte Grube gegeben. Vor dem Abdecken wurde sie noch mal ordentlich befeuert, bis die Keramik begann zu glühen.
Am nächsten Tag wurde die Grube geöffnet und die Keramik fertig gebrannt herausgeholt.
Das Trinkgefäß habe ich nach Vorbild der Pingsdorfer Keramik gemacht. Da meine Ergebnisse oftmals eher Zufallsobjekte sind, passt die nun entstandene Form, wenn man sich die Funde so ansieht, eher ins 13. Jh.. Wer sich dafür näher interessiert, kann gern mal auf der folgenden Seite vorbei schauen: Pingsdorfer Ware / Universität Tübingen. Hier sind die Fundstücke in 10 Perioden unterteilt, mein Becher passt im direkten Vergleich am ehesten zu Periode 8 (Abb. 8) - also zeitlich um knapp 200 Jahre zu meiner Darstellungszeit verfehlt. Passiert.

Für die Suppenschüssel fehlt mir zugegebenermaßen eine konkrete Fundlage. Mit viel Fantasie kann man aber Ähnlichkeiten zu diesem Haithabu-Fund feststellen. ;-)
Das Buttergefäß (mittig im Foto) ist ein ziemlicher Koloss geworden. Die Gefäßform an sich ist recht universell fürs Frühmittelalter. Den Rand habe ich etwas breiter gemacht, damit der Deckel gut abschließen kann. Den Deckel habe ich innen mit einem Zylinder für die Butter zu versehen. Ich hab ziemlich lange gebraucht um alles zusammenzubringen und letztendlich ist das Gefäß auch sehr schwer geworden, aber es erfüllt seinen Zweck! In den Zylinder kommt wie gesagt die Butter und in den Topf ein wenig Wasser um die Butter kühl und frisch zu halten. Das Fassungsvermögen dürfte geschätzt zwei Stück Butter betragen.

Die Spinnwirtel sind, wie bereits meine ersten Versuche, an die zahlreichen Haithabu-Funde angelehnt. Da eben jene ersten Spinnwirtel leider alle kaputt gegangen sind, habe ich gleich ein paar mehr Neue gemacht.

 Und hier noch zwei verwackelte Fotos von Spinnwirteln von meinem Museumsbesuch in Haithabu (2011):


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